Kurz beantwortet
Für eine Visualisierung aus Archicad nehmen Sie den IFC-Export mit einem Übersetzer, der die Geometrie vollständig mitgibt: IFC4 Design Transfer View statt Reference View, Möblierung und Bibliothekselemente abgewählt. In VEDUTUM kommen daraus Körper mit einer Farbe an — Oberflächen, Eigenschaften und Ebenen bleiben in der Datei, werden aber nicht gezeichnet. Wer die Materialien behalten will, exportiert stattdessen eine GLB-Datei. Die Obergrenze liegt bei 60 MB.
Das Wichtigste in Kürze
- Archicad steuert den IFC-Export über Übersetzer; welcher eingestellt ist, entscheidet über Inhalt und Größe der Datei.
- Für Bilder ist die Geometrie entscheidend, nicht die Datenqualität: ein Übersetzer, der Körper vollständig mitgibt, ist die richtige Wahl.
- In VEDUTUM kommen Körper mit einer Farbe an. Eigenschaften, Bauteilnamen, Ebenen und Texturen kommen nicht an.
- Möblierung und Bibliothekselemente machen die Datei groß und das Bild nicht besser. Vor dem Export abwählen.
- Grenze: 60 MB je Datei. Der Import läuft im Browser und kostet keine Punkte.
Der Übersetzer entscheidet, nicht der Knopf
Archicad exportiert IFC nicht mit einer festen Einstellung, sondern über Übersetzer, in denen Modellzweck, Umfang und Zuordnung der Bauteile hinterlegt sind. Graphisoft dokumentiert dafür unter anderem zwei Modellzwecke: die Reference View für den Austausch in eine Richtung, bei dem der Empfänger die Geometrie nicht mehr verändert, und die Design Transfer View, die auf Weiterbearbeitung ausgelegt ist und Bauteile samt ihren Verbindungen überträgt.
Für den Weg in eine Visualisierung ist beides brauchbar, solange die Körper vollständig herauskommen. Wir empfehlen die Design Transfer View, weil sie die Bauteile als zusammenhängende Körper mitgibt statt als vorgerechnete Darstellung. Was Sie im Zweifel prüfen: Enthält der Übersetzer alle Geschoße, auch den Keller, und exportiert er wirklich das Modell und nicht nur, was im Grundriss sichtbar ist?
Was Sie vor dem Export abwählen
Ein Wohnhaus wiegt als IFC selten mehr als ein paar Megabyte — bis Möblierung, Sanitärobjekte, Bewehrung und Bibliothekselemente mitgehen. Dann sind hundert Megabyte schnell erreicht, und auf dem Bild sieht man davon nichts, weil das Bildmodell Möbel ohnehin selbst ergänzt. Vor dem Export also: Einrichtung und Bibliothekselemente abwählen, Gelände nur mitgeben, wenn es modelliert ist, Bewehrung immer weglassen.
Das ist kein Formalismus. Es entscheidet, ob die Datei unter unserer Grenze von 60 MB bleibt, und es entscheidet darüber, wie schnell das Modell im Browser steht.
Was auf unserer Seite passiert
Die IFC-Datei wird im Browser gelesen, nicht auf unserem Server. Dafür läuft web-ifc, ein quelloffener Leser als WebAssembly, im Tab: Er versteht IFC2x3 und IFC4 und gibt jeden Körper als Dreiecksnetz mit einer Farbe heraus. Daraus entsteht eine GLB-Datei, und erst diese wird hochgeladen — das Original bleibt auf Ihrem Rechner.
Damit steht auch fest, was ankommt und was nicht:
- Ankommt: die Geometrie, also alles, was im Export einen Körper hat, mit seiner Farbe und seiner Lage.
- Kommt nicht an: Eigenschaften und Merkmalsätze, Bauteilnamen, Ebenen, IFC-Klassen, Texturen. Sie stecken in der Datei, werden aber nicht gezeichnet.
Wer Material und Textur behalten will, exportiert statt IFC gleich eine GLB-Datei; die trägt Materialien und Bilder mit. Die Obergrenze liegt bei 60 MB je Datei. Wird sie erreicht, ist fast immer dasselbe schuld: Möblierung, Bewehrung und Bauteilbibliotheken, die niemand im Bild sieht.
Was das für die Fassade heißt
Ihre Oberflächen aus Archicad — Lärche, Putz, Klinker — sind Materialdefinitionen des Programms. Über IFC kommt davon nur eine Farbe je Körper an, und auch die nur, wenn der Export sie mitgibt. Für die Visualisierung ist das weniger schlimm, als es klingt: Fassade, Fenster, Dach und Ausbau wählen Sie in VEDUTUM ohnehin aus Varianten, die auf denselben Baukörper gerechnet werden. Die Geometrie bleibt fest, das Material wechselt.
Wer die Archicad-Oberflächen wirklich behalten will, nimmt nicht IFC, sondern eine GLB-Datei: Dieses Format trägt Materialien und Texturen mit, und wir laden es unverändert. Der Weg dorthin führt über ein Programm, das GLB schreibt — aus Archicad heraus ist IFC der direkte Weg.
Der erste Durchgang, praktisch
- Eine 3D-Ansicht mit allen Geschoßen öffnen, Einrichtung und Bibliothekselemente ausblenden.
- Ablage, Sichern als, IFC — Übersetzer auf einen Geometrie-Export stellen (IFC4, Design Transfer View).
- Datei prüfen: Größe unter 60 MB? Sind alle Geschoße drin?
- In VEDUTUM unter Modell hochladen; das Lesen läuft im Browser, danach steht das Modell zum Drehen.
- Kamera setzen, Sonne für die Adresse einstellen, erstes Bild rechnen.
Wie es weitergeht, steht im Artikel zum IFC-Import und, wenn Sie gar kein Modell haben, im Weg über den Grundriss.
Was dieser Bericht nicht ist
Wir haben keine Messreihe über fremde Projekte laufen lassen und nennen deshalb keine Trefferquote. Was hier steht, ist zweierlei: was unser Leser aus einer IFC-Datei nimmt — das steht in unserem Code — und was das Programm laut eigener Dokumentation beim Export anbietet. Ihr eigenes Modell ist der einzige belastbare Test, und er kostet nichts: Der Import läuft im Browser, Punkte kosten erst Bilder.
Quellen und weiterführende Informationen
Häufige Fragen
Reference View oder Design Transfer View?
Für eine Visualisierung die Design Transfer View: Sie überträgt Bauteile samt Verbindungen, statt nur eine Darstellung für den Empfänger. Die Reference View funktioniert auch, sie ist nur auf den einseitigen Austausch ausgelegt.
Warum ist meine IFC-Datei so groß?
Fast immer wegen Möblierung, Sanitärobjekten, Bewehrung und Bibliothekselementen. Ohne sie bleibt ein Wohnhaus deutlich unter unserer Grenze von 60 MB — und im Bild fehlt nichts, weil Möbel ohnehin aus dem Ausbau kommen.
Kommen meine Oberflächen mit?
Über IFC nicht. Es kommt eine Farbe je Körper an, keine Textur und kein Material. Fassade und Ausbau wählen Sie in VEDUTUM aus Varianten; wer die eigenen Materialien braucht, liefert eine GLB-Datei statt IFC.
Wird meine Datei auf Ihren Server geladen?
Die IFC-Datei nicht. Sie wird im Browser gelesen, und erst das daraus erzeugte Modell (GLB) wird gespeichert. Das Lesen kostet auch keine Punkte.
Über die Redaktion
VEDUTUM Redaktion
Die Redaktion von VEDUTUM, einem Produkt der EA Digital Solutions e.U. in Graz, schreibt über Modellformate, Rendering, Auflösungen, Kamerafahrten und Sonnenstand. Jede Zahl mit Rechenweg oder Quelle, jeder Text von Menschen geprüft.
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