Kurz beantwortet
Eine IFC-Datei lässt sich im Browser öffnen, ohne dass Sie Software installieren: VEDUTUM liest die Datei mit web-ifc, einer offenen Bibliothek, die als WebAssembly direkt im Browser läuft, baut daraus ein GLB-Modell und lädt nur dieses hoch. Die IFC-Datei selbst verlässt Ihr Gerät nicht. Unterstützt werden IFC2x3 und IFC4 bis 60 MB; übernommen wird die Geometrie mit Farben, nicht die Bauteileigenschaften. Das reicht, um ein Modell zu drehen, zu begehen, mit Bauherren zu teilen und Bilder daraus zu erzeugen.
Das Wichtigste in Kürze
- IFC ist das offene Austauschformat für Gebäudemodelle; Archicad, Revit, Vectorworks und Allplan schreiben es.
- Die Umwandlung in ein GLB passiert im Browser. Hochgeladen wird nur das GLB, die IFC-Datei bleibt auf Ihrem Gerät.
- Grenzen: IFC2x3 und IFC4, bis 60 MB, nur Geometrie und Farben. Eigenschaften, Mengen und Klassifikationen werden nicht übernommen.
- Beim Export „nur Geometrie, ohne Möbel und Bewehrung“ wählen; das hält die Datei klein und das Modell lesbar.
Was eine IFC-Datei ist
IFC steht für Industry Foundation Classes, einen offenen Standard von buildingSMART. Eine IFC-Datei beschreibt ein Gebäude nicht als Linien, sondern als Bauteile: Diese Wand hat diese Dicke, gehört zum Erdgeschoß, trägt und hat diese Öffnung. Jedes Bauteil hat eine Geometrie und dazu Eigenschaften — Material, Brandschutzklasse, Kostengruppe, was das Büro eben gepflegt hat.
Genau diese Trennung macht IFC für den Austausch zwischen Programmen wertvoll und für das reine Ansehen schwer: Wer eine IFC-Datei öffnen will, braucht normalerweise einen Viewer, der den Standard versteht. Für den Bauherrn, der nur das Haus drehen möchte, ist das eine Hürde zu viel.
Zwei Versionen sind im Umlauf. IFC2x3 ist die ältere, seit vielen Jahren verbreitete Fassung, die viele Prüfprogramme weiterhin erwarten. IFC4 ist die aktuelle, mit genauerer Geometriebeschreibung und mehr Bauteiltypen. Für das Ansehen im Browser ist beides geeignet; welche Version Ihr Programm schreibt, steht im Exportdialog.
Was im Browser passiert
Beim Hochladen liest der Browser die IFC-Datei mit web-ifc, einer offenen Bibliothek, die als WebAssembly läuft — als kompilierter Code, den moderne Browser ohne Zusatzprogramm ausführen. Sie geht Bauteil für Bauteil durch, berechnet die Geometrie jedes Körpers und übernimmt seine Farbe. Daraus entsteht ein GLB, das Format, in dem Browser-Viewer Modelle am schnellsten anzeigen.
Erst dieses GLB wird hochgeladen und gespeichert. Die IFC-Datei bleibt, wo sie war: auf Ihrem Rechner. Für Büros mit Vertraulichkeitspflichten ist das der eigentliche Punkt. Ein IFC-Modell enthält oft mehr, als ein Bauherr sehen soll — Kostengruppen, Auftragnehmer, interne Vermerke. Nichts davon verlässt das Gerät, weil die Umwandlung nur die Geometrie behält. Was der Server bekommt, ist ein Modell aus Flächen und Farben.
Falls die Datei zu groß ist oder eine Geometrie sich nicht berechnen lässt, sagt Ihnen der Browser das vor dem Upload. Bis 60 MB ist eine IFC-Datei zulässig; ein fertiges GLB oder glTF darf bis 95 MB haben und wird direkt geladen.
Was das GLB kann und was nicht
Das Ergebnis ist ein Ansichtsmodell, kein BIM-Modell. Es enthält:
- alle Körper mit ihrer Form, an der richtigen Stelle und im richtigen Maßstab,
- die Farben, die im IFC hinterlegt waren,
- die Möglichkeit, das Modell zu drehen, zu begehen und Kameras darin zu setzen.
Es enthält nicht:
- Eigenschaften und Mengen — keine Wanddicke als Zahl, keine Kostengruppe, keine Klassifikation,
- die Gliederung nach Geschoßen oder Bauteiltypen,
- Bauteile, deren Geometrie im IFC fehlt oder ungültig ist.
Wer Mengen ermitteln oder Kollisionen prüfen will, braucht weiterhin ein BIM-Programm. Wer das Haus zeigen, abstimmen und bebildern will, braucht das GLB. Beides schließt sich nicht aus, denn die IFC-Datei bleibt unverändert.
Was ein Büro danach damit macht
Sobald das GLB im Projekt liegt, steht das Modell im Viewer. Von dort aus geht der übliche Weg weiter: Kamera setzen, Sonnenstand prüfen, ein Bild je Kamera erzeugen, den Stand über den Freigabelink an den Bauherrn schicken. Der Bauherr braucht dafür weder IFC noch ein Konto, nur einen Browser.
In unserer Studie „Haus Lindenweg“, einem fiktiven Einfamilienhaus, das wir selbst gezeichnet haben, sind wir beide Wege gegangen: einmal über den Grundriss, einmal über ein aus dem Modell exportiertes GLB. Der Weg über IFC eignet sich, wenn das Büro ohnehin in BIM plant und die Geometrie schon steht — Dach, Vorsprünge, Balkone kommen dann genau so, wie sie gezeichnet sind, statt aus Annahmen über Geschoßhöhe und Dachform.
Export-Einstellungen, die sich bewährt haben
Der Export aus dem CAD entscheidet über Größe und Lesbarkeit. Drei Einstellungen:
- Nur Geometrie. Eigenschaftssätze werden ohnehin nicht übernommen; sie blähen die Datei nur auf.
- Ohne Möbel und Bewehrung. Bewehrung besteht aus sehr vielen kleinen Körpern und ist für die Ansicht bedeutungslos. Möbel sind Geschmackssache und lassen sich im Viewer nicht ausblenden.
- Ein Gebäude je Datei. Nachbarbebauung kommt besser aus OpenStreetMap; sie liegt dann maßhaltig und ohne Handarbeit neben dem Modell.
Welche Formate außer IFC gehen und wann GLB die bessere Wahl ist, steht unter IFC, glTF und GLB und beim IFC-Import. Wie sich ein IFC-Modell bebildern lässt, beschreibt IFC-Datei visualisieren.
Quellen und weiterführende Informationen
Häufige Fragen
Wird meine IFC-Datei gespeichert?
Nein. Die Umwandlung läuft im Browser, gespeichert wird nur das erzeugte GLB. Die IFC-Datei bleibt auf Ihrem Gerät.
Welche IFC-Versionen werden unterstützt?
IFC2x3 und IFC4. Welche Version Ihr Programm schreibt, stellen Sie im Exportdialog ein; für das Ansehen im Browser sind beide geeignet.
Warum fehlen im Modell die Eigenschaften?
Weil nur die Geometrie mit Farben übernommen wird. Für Eigenschaften, Mengen und Klassifikationen bleibt Ihr BIM-Programm die richtige Umgebung; das GLB dient dem Ansehen und Bebildern.
Wie groß darf die Datei sein?
IFC bis 60 MB, GLB und glTF bis 95 MB. Größere Modelle werden kleiner, wenn Sie Möbel, Bewehrung und Eigenschaftssätze beim Export weglassen.
Über die Redaktion
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Die Redaktion von VEDUTUM, einem Produkt der EA Digital Solutions e.U. in Graz, schreibt über Modellformate, Rendering, Auflösungen, Kamerafahrten und Sonnenstand. Jede Zahl mit Rechenweg oder Quelle, jeder Text von Menschen geprüft.
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